Bauen zwischen den Kulturen. Deutsche Architekten in Georgien: Leopold Bielefeld (1838–1922), Otto Jakob Simonson (1829–1914) und David Grimm (1823–1898)
8. Dezember um 19:00 - 22:00
Referentin: Dr. Lilia Antipow-Altrichter (HDO)
Im 19. Jahrhundert wurde Tiflis/Tbilissi zur architektonischen Schnittstelle von Europa und Kaukasus. Drei deutschstämmige Architekten – Leopold Bielefeld, Otto Jakob Simonson und David Grimm – wirkten hier als Vermittler westlicher Ausbildung, imperialer Repräsentation und lokaler Bautraditionen. Ihre Werke reichen von neugotischen Kirchen und großbürgerlichen Residenzen über repräsentative Staatsbauten bis zu neobyzantinischen Kathedralen.
Der Vortrag beleuchtet biografische Wege, künstlerische Praktiken und Stilpluralismus jener Epoche sowie die ambivalente Rolle der Architektur als Modernisierungs- und Kolonialisierungsinstrument. Anhand ausgewählter Projekte und archivalischer Quellen wird gezeigt, wie transnationale Netzwerke, technisches Know‑how und kulturelle Aneignung das Gesicht der kaukasischen Metropole prägten und bis heute Spuren hinterlassen.
