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SUMMARY:Zwischen Heimat und Herrschaft – Trachtenkulturen der Deutschen im östlichen Europa\, 1918–1945
DESCRIPTION:Seit dem 19. Jahrhundert setzte ein Prozess der Ethnisierung von Trachten ein\, der sich in den 1920er Jahren und später unter der NS Herrschaft verstärkte. Trachten wurden nicht länger nur als regionale oder dörfliche Kleidung wahrgenommen\, sondern dienten zunehmend als sichtbares Bekenntnis zu „Volk“ und „Nation“ – als sogenanntes „Gesinnungskleid“. In den 1930er Jahren war Trachtenkult ein elementarer Bestandteil nationalistischen Selbstverständnisses bei deutschen Minderheiten in Osteuropa.\nDie Praktiken der Trachtenpolitik variierten regional: In der Wischauer Sprachinsel übernahmen völkische und NS Akteure überlieferte Bauerntrachten\, luden sie jedoch mit neuen\, politischen Bedeutungen auf und instrumentaliserten sie für ihre Ziele. Bei den Donauschwaben existierte ein Spannungsverhältnis von Erhalt lokaler Trachtenvielfalt und gezielter Erneuerung hin zu „Gemeinschaftstrachten“ und ab 1935 zur angestrebten „deutschen Einheitstracht“. In Ostpreußen dagegen wurde bewusst eine neue\, künstliche Tracht – das „Ostpreußenkleid“ – geschaffen\, um ein einheitliches regionales Gruppenkleid zu etablieren\, obwohl eine solche traditionelle Tracht kaum je existiert hatte.\nDie öffentliche Präsentation der Trachten reichte von traditionellen Kirchweihen und Hochzeiten über Schwabenbälle bis zu groß inszenierten NS-Propagandaveranstaltungen wie dem „Grenzlandtreffen“ der Deutschen „aus dem Reich“ und aus Mittel- und Südeuropa in Theben/Devín zu Pfingsten 1939. Diese Vielfalt zeigt eine Dualität: Alte\, lokal verankerte Funktionen der Tracht bestanden zeitgleich mit neuen\, politisch aufgeladenen Repräsentationsformen. Durch politische und öffentliche Nutzung wurden Trachten außerdem aus der Peripherie in das Zentrum kultureller Aufmerksamkeit geholt und als Phänomen der Moderne etabliert. Die Untersuchung dieser Prozesse verdeutlicht\, wie Kleidung zu einem wirksamen Instrument nationalistischer Identitätsbildung und kultureller Politik wurde. \nReferentin: Dr. Lilia Antipow (HDO)
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SUMMARY:Ausstellungseröffnung: Einfach schön? Politisierung deutscher Volkskultur aus dem östlichen Europa
DESCRIPTION:Eine Ausstellung des Instituts für Kulturanalyse der Deutschen des östlichen Europas (IKDE)\, Freiburg \nKulturellen Praktiken wie dem „Volkstanz“ oder Objektivationen wie der Tracht wurde und wird bis heute ein ästhetischer Wert zugesprochen. Sie scheinen einfach schön zu sein – gerade in ihrem vermeintlich traditionellen und kaum durch die Moderne berührten Charakter. „Volkskultur“ als schön wahrzunehmen\, ist Ergebnis eines durch moderne Sehgewohnheiten und Ideologisierungen geprägten Blicks. Zugleich erlangten „volkskulturelle“ Ästhetiken erst durch ihren Gebrauch in modernen Kontexten Relevanz\, Popularität und Bedeutung. Die ästhetische Anmutung von als „Volkskultur“ verstandenen Elementen spielt bis heute eine wichtige Rolle nicht nur in der politischen Kommunikation. In ihrer vermeintlichen Einfachheit und ästhetischen Anmutung erfährt „Volkskultur“ eine komplexe und vielschichtige Politisierung. \nDies zeigen beispielhaft die Exponate der Ausstellung – und zwar mit einem Fokus auf der Geschichte der deutschsprachigen Bevölkerung im bzw. aus dem östlichen Europa. In zeitlicher Hinsicht nimmt die Ausstellung die Zeit zwischen den 1920er- und den 1960er-Jahren in den Blick. Schlaglichtartig wird dabei anhand von Materialien aus dem Archiv des IKDE der unterschiedliche politische Gebrauchswert vermeintlich „einfacher“ Ästhetik sowie deren Kontinuität über das Jahr 1945 hinaus herausgearbeitet. \n  \nGrußworte: Professor Dr. Andreas Otto Weber (HDO) \nAnmeldung erforderlich: telefonisch unter 089-449993-0 oder per E-Mail unter poststelle@hdo.bayern.de \n  \nAusstellungsdauer: 24. Juli bis 17. Oktober 2026 \nÖffnungszeiten: Montag bis Freitag (werktags) 10.00 bis 20.00 Uhr\, im August bis 18.00 Uhr \n  \nMit Unterstützung: Ministerium des Inneren\, für Digitalisierung und Kommunen des Landes Baden-Württemberg \nIn Kooperation mit: Institut für Kulturanalyse der Deutschen des östlichen Europas (IKDE)\, Freiburg; Heimatpflegerin der Sudetendeutschen
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SUMMARY:Literatursalon im HDO – mit Elli Unruh („Fische im Trüben“\, 2025) und Max Schatz („Sonnen und Kometen“\, 2025)
DESCRIPTION:Referenten: Elli Unruh (Stuttgart)\, Max Schatz (Nürnberg) \nModeration: Artur Rosenstern (Nürnberg)\, Patricia Erkenberg (HDO) \nIn Kooperation mit: BKDR\, Literaturkreis der Deutschen aus Russland (LITO) \nElli Unruh erzählt in ihrem Roman „Fische im Trüben“ die Geschichte einer deutsch-mennonitischen Familie\, die bis Ende der 1980er Jahre im Süden Kasachstans lebte. Sie taucht ein in die Zeit ihrer Vorfahren\, Großeltern und Eltern. Einprägsam und lebendig schildert sie das Leben von Menschen\, die durch den Lauf der Geschichte und ständig wechselnde Lebensumstände und -orte nicht mehr aus noch ein wissen\, aber in Traditionen\, Religion und eigener Sprache Halt finden. Geschrieben in einer einfachen\, poetischen Sprache\, die angereichert wird durch das Deutsch\, das die Mennoniten aus Westpreußen nach Russland mitgebracht hatten – das Plautdietsch\, das bis heute gesprochen wird. Das alles vor dem Hintergrund einer unbekannten\, wunderschönen\, fruchtbaren Landschaft mit riesigen Apfelplantagen\, wilden Flüssen und weiten Steppen. \nDie im Max Schatz´ Buch „Sonnen und Kometen“ versammelten Erzählungen und Kurzgeschichten geben Einblicke sowohl in das moderne Leben von Menschen mit russlanddeutschem Hintergrund als auch in die tragische Vergangenheit der Deutschen aus den Ländern der ehemaligen UdSSR. Vor allem sind es aber Geschichten über Gewinner und Verlierer\, ob in Liebesbeziehungen oder in der Arbeitswelt\, ebenso voller Romantik wie Melancholie\, aber auch Satire. \nDas Format „Literatursalon“ möchte vor allem jungen Autorinnen und Autoren die Möglichkeit bieten\, ihre Neuerscheinung aus der Sparte der sogenannten „russlanddeutschen“ Literatur vorzustellen und darüber vor dem Publikum ins Gespräch zu kommen.
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SUMMARY:Podiumsgespräch: Alexander Schmorell. Zweitzeugengespräch über Migration\, Widerstand und Erinnern
DESCRIPTION:Edwin Warkentin (Kulturreferent für Russlanddeutsche) spricht mit Markus Schmorell\, dem Neffen des Widerstandskämpfers Alexander Schmorell\, Mitglied der Weiße Rose und 1943 von den Nationalsozialisten ermordet. \nMarkus Schmorell bezeichnet sich als „Zweitzeugen“ – geboren nach dem Tod seines Onkels\, trägt er dessen Geschichte aus familiärer Erinnerung weiter. Im Gespräch geht es um Alexander Schmorells Rolle im Widerstand ebenso wie um die russlanddeutschen Wurzeln seiner Familie: ostpreußische Herkunft\, Aufstieg und Leben im russischen Orenburg\, Flucht nach der Revolution und Ankunft in München als Teil der sogenannten russischen Emigration. \nWir fragen nach Schmorells Identität zwischen den Kulturen – und nach seiner Stellung in der Erinnerungskultur. Warum steht er oft im Schatten der Geschwister Scholl? Welche Bedeutung hat seine Biografie heute in einer von Migration geprägten Gesellschaft? \nAuch die Ambivalenz des Gedenkens wird zur Sprache kommen – zwischen transnationaler und interkonfessioneller Würdigung\, Deutung und möglicher Vereinnahmung – sowie die Frage\, was Alexander Schmorell wohl zur Gegenwart sagen würde. \nEin Abend über Widerstand\, Herkunft und die Verantwortung der Erinnerung. \nIn Kooperation mit: Kulturreferent für die Russlanddeutschen
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SUMMARY:Vortrag: Zerbrochene Nachbarschaften. Holleschowitz 1939–1945
DESCRIPTION:Der Vortrag beleuchtet die dramatischen Umbrüche im Prager Stadtteil Holešovice zwischen 1939 und 1945. Anhand konkreter Orte werden individuelle Lebensgeschichten sichtbar: jüdische Familien vor ihrer Deportation\, deutschsprachige Bewohner zwischen Anpassung und Karriere im NS-System sowie Deutsche\, die im Mai 1945 Verhaftung\, Internierung und Vertreibung erlebten. \nIm Mittelpunkt stehen Biographien wie jene der Familie Popper oder der Schriftstellerinnen Olga Barényi und Olly Komenda-Soentgerath. Ihre Erfahrungen zeigen\, wie politische Radikalisierung\, Besatzung\, Gewalt und Vergeltung in einem urbanen Raum aufeinandertreffen. Der Vortrag verbindet Mikrogeschichte mit Stadtgeschichte und macht deutlich\, wie eng Täter-\, Opfer- und Mitläufergeschichten in einem einzigen Viertel miteinander verflochten waren. \nReferent: Dr. Filip Bláha (Kladno/Kladen\, Böhmen/Tschechien) \nIn Kooperation mit: Adalbert-Stifter-Verein – Kulturinstitut für die böhmischen Länder
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SUMMARY:Filmsoirée: „Well travelled: Orient Express“ (2025)
DESCRIPTION:Matthias Well\, klassischer Geiger und leidenschaftlicher Volksmusiker\, trifft in seinem Projekt „Well Travelled“ Musiker und Musikerinnen aus aller Welt\, um in ihre Volksmusik und Kultur einzutauchen. Diese Begegnungen dokumentiert er in Filmen\, die u.a. auf YouTube veröffentlicht werden. \nZum Film über die Donauschwaben\, den wir an diesem Abend zeigen\, sagt er selbst: \n„In diesem Film begleite ich die Spuren der Donau-Schwaben entlang der legendären Orientexpress-Route – mit der Geige im Gepäck. Auf meiner Reise entdecke ich die faszinierende Vielfalt europäischer Musik\, die weit über Landesgrenzen hinausgeht. Besonders berührt hat mich ein melancholisches Lied über die Donau\, das mir in Pécs begegnete und mich während der gesamten Reise begleitet. \nIch treffe Musikerinnen und Musiker\, erlebe die choreografisch anspruchsvollen Donau-Schwaben-Tänze in Rumänien\, Blaskapellen und Salonorchester in Serbien und entdecke die charakteristische Mischung aus Walzern\, Polkas und Blasmusik\, die den typischen Sound dieser Volksgruppe prägt. Zugleich offenbart sich die Nähe zu Roma- und Balkanmusik mit ihren ungeraden Rhythmen und virtuosen Melodien. \nMusik wird so zu einem Fenster in die Vergangenheit und gleichzeitig zu einer Brücke in die Zukunft. Sie verbindet Menschen\, erzählt Geschichten und hält Traditionen lebendig. Für mich persönlich hat diese Reise gezeigt\, wie universell Musik ist und wie sie Menschen unabhängig von Herkunft und Sprache zusammenbringt – ein Walzer entlang der Donau\, der Kultur und Geschichte gleichermaßen schmecken lässt.“ \n  \nReferent: Matthias Well (Ascholding) \nIn Kooperation mit: Kulturwerk Banater Schwaben\, Haus der Donauschwaben in Haar
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SUMMARY:Askania Nowa – das Tierparadies in der Steppe
DESCRIPTION:Die Geschichte der Przewalskipferde stellt ein Paradebeispiel des Artenschutzes dar. Nur mit knapper Not überlebten diese ursprünglich am Rande der Gobi beheimateten Wildpferde in Gefangenschaft. In seinem Buch „Auf der Suche nach den wilden Pferden“ (2021) folgt Stefan Schomann ihren Spuren quer durch Eurasien\, wobei die Ukraine einen der Hauptschauplätze bildet. \nAskania Nova war eine Siedlungskolonie\, die das Herzogtum Anhalt-Köthen im Hinterland der Krim aufbaute. Von 1828 an machten sich mehrere Trecks zu Fuß auf den Weg dorthin\, wo sie auf andere schwarzmeerdeutsche Siedler trafen. Nach dem Krimkrieg wurden Vieh und Liegenschaften schließlich an die Familie Falz-Fein verkauft. Die Familie Falz-Fein entstammte den deutschen Kolonisten in der Ukraine und wurde vom russischen Zaren geadelt. Damals bildete diese Region den letzten Rückzugsraum des Tarpan\, des osteuropäischen Wildpferds\, das jedoch schließlich ausstarb. Um 1900 führte Friedrich Falz-Fein dort dann die ersten Przewalskipferde ein\, damit ihnen ein ähnliches Schicksal erspart bleiben würde. Ein Pionier des Natur- und Artenschutzes\, schuf er einen Wildpark inmitten der Steppe\, der ökologisch wie auch biotechnologisch wegweisend wurde. \nVor dreißig Jahren konnten die Pferde schließlich wieder in ihrer Heimat ausgewildert werden. Christian Oswald\, ein Ebersberger Geschäftsmann\, erwarb sich dabei bleibende Verdienste für die Bewahrung der Art\, nicht zuletzt dank tatkräftiger Unterstützung aus Askania Nova wie auch aus dem Tierpark Hellabrunn. \nReferent: Stefan Schomann (Berlin/Peking) \nGrußwort: Dr. Petra Loibl (Beauftragte der Bayerischen Staatsregierung für Aussiedler und Vertriebene); Volodymyr Leysle (Vorsitzender des Rates der Deutschen der Ukraine) \nIn Kooperation mit: Rat der Deutschen der Ukraine
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SUMMARY:Die Entwurzelten – Lemken in Galizien und in der Fremde
DESCRIPTION:Das private Museum der lemkischen Kultur in Zyndranowa\, am Rand Südostpolens gelegen\, ist für viele Besucher ein Ort der Erinnerung und Identitätssuche. Vor hundert Jahren lebten hier rund tausend Menschen – Lemken\, Ukrainer\, Juden und Roma. Heute zählt das Dorf nur noch 140 Einwohner; nur zwei Familien bezeichnen sich als lemkisch. Wo einst eine lebendige Gemeinschaft mit einer prachtvollen griechisch-katholischen Kirche existierte\, breiten sich heute Wald und Stille aus. Der Vortrag fragt nach den historischen Ursachen dieser Entvölkerung\, nach Krieg\, Vertreibung und Zwangsumsiedlung – und nach dem Schicksal einer Gemeinschaft\, die entwurzelt wurde und dennoch ihre Spuren hinterließ. \nReferentin: Professor Dr. Beata Halicka (Frankfurt an der Oder)
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SUMMARY:Vortrag: Deutsche Kulturspuren in der Ukraine – Galizien als europäischer Erinnerungsraum
DESCRIPTION:Die Ukraine ist seit Jahrhunderten ein multiethnischer Begegnungsraum – und die deutsche Kultur hat darin deutliche Spuren hinterlassen. Obwohl Deutsche heute nur noch einen sehr kleinen Anteil der Bevölkerung ausmachen\, prägten sie über Jahrhunderte Städtebau\, Recht\, Bildung\, Literatur und Sprache. Der Vortrag beleuchtet die Geschichte deutscher Siedler seit dem Mittelalter\, die Einführung des Magdeburger Rechts\, das deutschsprachige Lwiw sowie die besondere Rolle Galiziens als kultureller Schnittstelle zwischen Ost- und Mitteleuropa. \nIm Mittelpunkt stehen literarische Stimmen wie Leopold von Sacher-Masoch\, Karl Emil Franzos und Josef Roth\, deren Werke Galizien als vielsprachige Kulturlandschaft porträtieren. Ebenso wird der Einfluss des Deutschen auf das Ukrainische thematisiert – bis heute sind rund 800 Lehnwörter lebendig. \nDer Vortrag zeichnet das Bild einer Region\, in der unterschiedliche Ethnien und Konfessionen zusammenlebten – zwischen Toleranz\, Konflikt und kultureller Blüte – und fragt\, welche Bedeutung dieses gemeinsame Erbe heute für Europa hat. \n  \nReferentin: Professor Dr. Alla Paslawska (Lemberg/Lwiw)
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SUMMARY:„Ein Altar jenseits der Wälder“ (2024) und unveröffentlichte Texte
DESCRIPTION:Referent: Cornelius Scherg (Tübingen) \nIn Kooperation mit: Künstlergilde Esslingen \n„Meister von Mediasch“ wird er in der Fachwelt genannt\, der großartige Künstler\, der den Altar der Mediascher Margarethenkirche geschaffen hat. Seit über hundert Jahren versuchen Kunsthistoriker\, Daten und Informationen über den Schöpfer des Altars herauszufinden. Vergeblich. Ein paar begründete Thesen gibt es\, aber Genaues weiß man nicht. Man nimmt an\, der Künstler hatte siebenbürgische Wurzeln und sein Handwerk an der Malschule des Wiener Schottenstifts erlernt. Auch geht man davon aus\, dass er als Vorlage für die Altartafeln Kupferstiche von Israhel von Meckenem genutzt hat. Alles andere bleibt im Dunkel der (Kunst)Geschichte verborgen. \nAber was Wissenschaft nicht vermag\, das darf und kann Literatur: den Künstler aus dem Dunkel hervorholen\, ihm in einem Roman Leben einhauchen. \nUnd so entwirft der Autor Cornelius Scherg in seinem Roman „Ein Altar jenseits der Wälder“ die Biographie des „Meisters von Mediasch“\, so wie diese sich hätte entfalten können. Scherg gibt ihm den Namen Zacharias Frank. \nBeim Lesen tauchen wir ein in die Zeit lange vor der Reformation\, in das Ende des 15. Jahrhunderts. Die Haupthandlung beginnt in der Malschule in Wien und erzählt in chronologischer Folge Leben und Wirken des aus Mediasch stammenden Protagonisten mit seinen Schwierigkeiten und Erfolgen: von der Auftragserteilung durch den ungarischen Königsrichter von Mediasch bis zur feierlichen Einweihung und Segnung des vollendeten Altars. (Klaus Servatius\, Heimatgemeinschaft Mediasch e.V.)
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SUMMARY:Spotlight-Ausstellungseröffnung: Die Schönbornfranken – Von Franken nach Transkarpatien
DESCRIPTION:Die deutsche Minderheit in der Ukraine ist geografisch über das gesamte Land verteilt. Im westlichsten Teil\, der Region Transkarpatien (ukrainisch: Zakarpattja)\, lebt sie heute vor allem um die Städte Uschgorod und Mukatschewo. \nTranskarpatien ist seit Jahrhunderten von österreichischen\, ungarischen\, rumänischen\, russischen\, ukrainischen und deutschen Einflüssen geprägt und heute eine Region mit einem vielfältigen multikulturellen Erbe. \nBereits vor über 250 Jahren fanden Menschen aus deutschen Gebieten\, insbesondere aus Mainfranken\, auf Geheiß des Fürstbischofs Karl Friedrich von Schönborn\, im heutigen Transkarpatien eine neue Heimat. Diese sogenannten „Schönbornfranken“ trugen zur kulturellen Vielfalt und wirtschaftlichen Entwicklung der Region bei und sind ein lebendiges Zeugnis der historischen deutschen Präsenz in der Ukraine. \n  \nGrußworte: Hartmut Koschyk (Bayreuth)\, Professor Dr. Andreas Otto Weber (HDO) \nEinführung: Dr. Rudolf Distler (Eggolsheim) \n Anmeldung erforderlich: telefonisch unter 089-449993-0 oder per E-Mail unter poststelle(at)hdo.bayern.de \nVeranstaltungsort: Haus des Deutschen Ostens\, Am Lilienberg 5\, 81669 München \nAusstellungsdauer: 24. April bis 29. Mai 2026 \nÖffnungszeiten: Montag bis Freitag (werktags) 10.00 bis 20.00 Uhr \n In Kooperation mit: Stiftung Verbundenheit mit den Deutschen im Ausland \n Eine Ausstellung der Stiftung Verbundenheit mit den Deutschen im Ausland e.V.\, Bayreuth/Berlin
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SUMMARY:Buchpräsentation: „Alexander Pfohl. Künstler\, Designer\, Lehrer\, Persönlichkeit“ (2025)
DESCRIPTION:Referentin: Angelika Krombach (Bonn) \nAlexander Pfohl (1894–1953) gehört zu den bedeutendsten Glasdesigner seiner Zeit. In der böhmischen Glastradition tief verwurzelt\, wurde er in Wien bei Koloman Moser und Michael Powolny ausgebildet. Pfohls Schaffen reicht vom kunstvollen Art-déco-Glas bis zu hyperrealistischen Landschaftsbildern und einer prägenden Lehrtätigkeit in Haida/Nový Bor (Böhmen/Tschechien) und Hadamar. \nDie Publikation seiner Enkelin\, Angelika Krombach\, basiert auf akribischer Vorarbeit zur Retrospektive im Schloss Hadamar und vereint zahlreiche Fotografien\, Skizzen\, Aquarelle\, Archivdokumente und Familienbilder. Sie zeichnet Pfohl als vielseitigen Entwerfer\, der Form\, Technik und Gestaltungsanspruch meisterhaft vereinte – von Emaille-Brillantglasur bis zu serienreifem Gebrauchsglas. Angelika Krombach hat Quellen zusammengetragen\, die das verstreute Wissen bündelten und zu einem Standardwerk verdichten.
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SUMMARY:Buchpräsentation: Bukowina. Eine europäische Vielvölkerregion (2026)
DESCRIPTION:Referentin: Dr. Mariana Hausleitner (Berlin) \nOrt: Haus des Deutschen Ostens\, Am Lilienberg 5\, 81669 München \nDie Bukowina\, heute aufgeteilt zwischen Rumänien und der Ukraine\, war seit dem späten 18. Jahrhundert ein österreichisches Kronland. In der multiethnisch geprägten Region entstand ein mindestens sechssprachiges „Europa im Kleinen“. Ihr plurikulturelles Erbe inspiriert bis heute Künstler\, Schriftsteller und Filmemacher. Durch die Literatur von Karl Emil Franzos\, Rose Ausländer\, Paul Celan\, Manfred Winkler ist die Landschaft und ihr geistiges Zentrum Czernowitz (ukr. Tscherniwzi\, rum. Cernăuţi) weltweit bekannt geworden. \nSeit Jahrzehnten forscht die Historikerin Mariana Hausleitner über die Bukowina. Hier zeichnet sie die historischen Grundzüge der Region unter besonderer Berücksichtigung der deutschen und jüdischen Bevölkerung nach. Der Bogen wird über die Eingliederung ins Habsburgerreich\, als Deutsche und Juden einwanderten\, und die Zwischenkriegszeit\, als die Region an Rumänien kam\, bis zu den Verheerungen des Zweiten Weltkriegs mit der Aufteilung zwischen der Sowjetunion und Rumänien gezogen. Die Umsiedlung der Deutschen sowie die Deportation und Ermordung Zehntausender Juden bilden dabei die tragischen Tiefpunkte.
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SUMMARY:Spotlight-Ausstellung: Landschaft der Liebe. Motive aus der Graphic Novel „Sudetenlove“
DESCRIPTION:Ende der 1930er Jahre: Das Sudetenland gleicht einem Pulverfass. Angefacht aus Deutschland\, können die nationalen Spannungen in den tschechoslowakischen Grenzgebieten jeden Moment zu einer Eskalation mit ungewissem Ausgang führen. Da lernen sich Hedwig\, ein deutsches Mädchen\, und Fritz\, ein Junge aus einer deutsch-tschechischen Familie\, beim Skifahren kennen und verlieben sich schnell ineinander. Hedwigs Vater schickt sie jedoch nach Belgien zu einer Tante. Fritz sieht keine andere Wahl: Er wird ihr folgen – auf dem Fahrrad… \nFilip Raifs Graphic Novel erzählt – in dezent gedämpften Farben und inspiriert von wahren Begebenheiten – die Geschichte einer ersten großen Liebe sowie auch einer Region\, deren Schicksal durch die zahlreichen Wendungen des 20. Jahrhunderts bestimmt wurde. \nDer Schwerpunkt der Ausstellung liegt auf der Landschaft\, die die Liebenden umgibt. Alles wird von Raif feinfühlig eingefangen – ganz gleich\, ob es sich um natürliche\, städtische oder seelische Räume handelt. Oft geschieht dies so eindringlich\, dass die Landschaft aufhört\, eine bloße Kulisse darzustellen und stattdessen in den Vordergrund tritt. \nAusstellungseröffnung: Donnerstag\, 26. März 2026\, 18.00 Uhr \nReferentin: Dr. Serafine Lindemann (Münsing) \nAnmeldung erforderlich: telefonisch unter 089-449993-0 oder per E-Mail unter poststelle@hdo.bayern.de \nDauer der Ausstellung: 27. März – 29. Mai 2026 \nOrt: Haus des Deutschen Ostens\, Am Lilienberg 5\, 81669 München \nÖffnungszeiten: Montag bis Freitag (werktags) 10.00 bis 20.00 Uhr \nIn Kooperation mit: Tschechisches Zentrum München\, Kulturreferent für die böhmischen Länder
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SUMMARY:Lesung: „Über allem der Gesang des Pirols“ (2025)
DESCRIPTION:Ein brandenburgisches Gesindehaus im kleinen Dorf Friedenfelde bei Gerswalde – Axel Lawaczeck kann sein Glück kaum fassen\, als er den Zuschlag für den Kauf erhält. Doch das einsturzgefährdete Gebäude\, das vor Jahrhunderten neben dem ehemaligen Gutshaus Achim von Arnims errichtet wurde\, muss erst aus seinem Dornröschenschlaf erweckt werden. \n13 Jahre wird die Sanierung schließlich dauern. Immer wieder stößt der neue Eigentümer dabei auf Fundstücke aus der Vergangenheit\, auf Zeugnisse der Menschen\, die hier einst lebten. Seine Spurensuche führt ihn durch Zeiten und Räume – von der Gegenwart bis in den Barock\, von Pommern und Ostpreußen bis nach Bessarabien und in die Karibik. Ein Mosaik aus Schicksalen entsteht\, vom Leben selbst in die Schönheit einer einzigartigen Landschaft gelegt\, in der sich deutsche Geschichte und uckermärkische Überlieferung spiegeln wie die Sonne in einem stillen See. \nReferent: Axel Lawaczek (Berlin) \nModeration: Dr. Lilia Antipow (HDO) \nIn Kooperation mit: Volk Verlag
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SUMMARY:Literatur trifft Klang : Joseph Roth „Hiob“ (1930)
DESCRIPTION:Die bewegende Geschichte eines Mannes\, der trotz aller Widrigkeiten seinen Glauben nicht verliert. \nDer Roman „Hiob“ ist eines der bekanntesten Werke des herausragenden österreichischen Schriftstellers des 20. Jahrhunderts\, Joseph Roth (1894–1939). Die Hauptfigur des Romans\, Mendel Singer\, flieht mit seiner Familie aus Russland nach Amerika\, um ein neues Leben zu beginnen. Doch das Unglück verfolgt ihn unaufhörlich\, ganz wie dem biblischen Hiob. Als das Schicksal ihn an den Rand der Verzweiflung bringt\, geschieht ein Wunder\, das Hoffnung schenkt. \n„Hiob“ ist ein Buch voller Bitterkeit und Zuversicht\, das dazu einlädt\, über Leid und Kraft des Glaubens nachzudenken. \nDie musikalisch-literarische Lesung mit Armand Presser und Brigitte Helbig lässt mit eindrucksvollen Textpassagen und stimmungsvoller Musik die tiefgründige Atmosphäre dieses Meisterwerks lebendig werden. \nSprecher: Armand Presser (München) \nMusikalische Darbietung: Brigitte Helbig (München) \nModeration: Dr. Lilia Antipow (HDO) \nIn Kooperation mit: Gesellschaft für christlich-jüdische Zusammenarbeit München-Regensburg e.V.
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SUMMARY:Vortrag: Bürgermeister Hubert Rösler und Waldkraiburg
DESCRIPTION:Der Waldkraiburger Gründungsbürgermeister Hubert Rösler wäre am 27. Februar 2025 125 Jahre alt geworden. Aus Nordböhmen stammend\, leitete er von 1923 bis 1945 ein Baugeschäft in Hirschberg a. See (Doksy). 1924 heiratete er Gertrud Keil\, mit der er sechs Kinder hatte. Nach seiner Verhaftung im Juni 1945 und der Entlassung aus dem Internierungslager Böhmisch-Leipa im August 1946 wurde seine Familie im Juli 1945 vertrieben. Ab Juni 1947 engagierte sich Rösler maßgeblich für die Entstehung der Stadt Waldkraiburg. Am 21. Mai 1950 wurde er zum Bürgermeister gewählt und prägte die Stadt 16 Jahre lang als Bürgermeister\, Stadtplaner und Architekt. Er legte das Fundament für eine neue Kommune\, die vor allem Heimatvertriebenen aus dem Sudetenland eine neue Heimat bot. \nIm Vortrag werden seine Herkunft\, Kindheit\, Jugend\, Beruf\, Familie\, Haft\, Vertreibung und die Gründungsjahre Waldkraiburgs ausführlich dargestellt. \nReferent: Konrad Kern (Ampfing)
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SUMMARY:Vortrag  „und fallen ein auf teilnahmslosen Teich“: Rilke und München
DESCRIPTION:Referent: Dr. Dirk Heißerer (München) \nSprecher: Thomas Birnstiel (München) \nIn Kooperation mit: Adalbert-Stifter-Verein – Kulturinstitut für die böhmischen Länder \nEin Abend über Rilkes Münchner Jahre\, seine Beziehung zu Lou Andreas-Salomé und die Münchner Orte in seinem Werk mit Dirk Heißerer und Thomas Birnstiel. \nDer Student aus Prag erlebt in München 1896/97 seine erste große Liebe zu der älteren und verheirateten Lou Andreas-Salomé und beobachtet die Schwabinger Bohème aus einer gewissen Distanz. Nach Reisen mit Lou nach Russland\, einem kurzen Familienintermezzo mit der Bildhauerin Clara Westhoff und der Tochter Ruth in Worpswede bei Bremen\, erlebt Rilke in Paris als Sekretär des Bildhauers Auguste Rodin einen künstlerischen Neubeginn. Ab 1913 wird die Zwischenstation München durch den Weltkrieg notgedrungen zur längeren Bleibe. Reisen in die nähere Umgebung führen ihn auf die „Berge des Herzens“ und in eine „Ortschaft der Worte“. Der bedrohte Alltag wird Kunst\, und sogar die schwierigen „Duineser Elegien“ (1922) lassen sich neu lesen\, wenn der Englische Garten und das Oktoberfest darin vorkommen. \nDies ist der zweite Abend einer dreiteiligen Reihe\, zu der auch zwei weitere Vorträge – „Rilke und Prag“ und „Rilke und Russland“ – gehören.
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SUMMARY:Buchpräsentation „Schwarzes Gold. Kaffeegeschichte(n) oder wie eine kleine Bohne die Welt veränderte“ (2023)
DESCRIPTION:Referent: Dr. Patrik Hof (München) \n Patrik Hof hat eine kleine Kulturgeschichte über das beliebteste Getränk der Deutschen geschrieben. Der Wirtschaftshistoriker beschäftigt sich mit der Geschichte „rund um die Bohne“ – von den Kaffeehäusern\, in denen Schriftsteller wie Stefan Zweig\, Erich Kästner oder Thomas Bernhard ihr „lyrisches Büro“ hatten und Wirtschaftsunternehmen gegründet wurden\, über die DDR-Kaffeekrise und die Deutsche Kolonialgeschichte bis hin zur „Kaffeekantate“ von Johann Sebastian Bach. Des Weiteren geht der Autor\, der als Pressesprecher und Journalist arbeitet\, auch auf die Kaffeehäuser (von Odessa über Wien bis Berlin) ein\, die wichtige Orte für die jüdische Kultur waren und in denen die Vision eines Staates Israel geboren wurde. Kurzum: Hof hat kein Nachschlagewerk für Baristas verfasst\, sondern mehr die Geschichte(n) rund um die Bohne zusammengestellt.
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